
Ich begrüße Dich herzlich auf meiner Homepage.
Hier möchte ich Dir die Geschichte meines Lebens erzählen.
Mein Name ist Udo. Vor 8 Jahren stand ich an einem Wendepunkt in meinem Leben.

Dieser Wendepunkt in meinem Leben bezeichnet meinen Entschluss, einen Alkoholentzug zu machen und fortan ein trockenes Leben zu führen - nach 25 Jahren in den Fängen des Alkohols. Meine Ärztin sagte mir damals: "Möchtest Du in einem halben Jahr noch hier sitzen und mit mir sprechen oder möchtest Du so weiter machen und in einem halben Jahr nicht mehr sein?" Ihre Worte haben mich wachgerüttelt und ich bin ihr dankbar dafür.
Nach meinem Entzug habe ich erkannt, dass das Leben schön ist, dass es sich lohnt, zu leben. Ich nehme meine Umwelt, meine Gefühle, bewusst wahr und das ist ein Geschenk.
Trotzdem ist es die Realität, dass wir uns in einer Gesellschaft bewegen, die nie vergisst. Einmal Alkoholiker immer Alkoholiker. Dieser Stempel begleitet einen. Das ist die eine Seite, die Seite von außen. Es gibt eine weitere Seite, die innere Seite. Hier stellt sich die traurige Erkenntnis ein, wieviel Zeit man vertan hat, was man seinen Mitmenschen und seiner Familie seelisch angetan hat. Zudem habe ich in den 25 Jahren Schindluder mit meinem Körper getrieben. Es sind Schäden durch den Alkoholmissbrauch zurückgeblieben, die nicht reversibel sind. Mit diesen Folgen muss ich leben.
Dennoch steht für mich fest: jeder Tag ohne Alkohol ist ein gewonnener Tag. Wie einfach wäre es, die Schuldgefühle, Schmerzen, Probleme wegzuspülen? Jeden Tag kämpfe ich dafür, mir meine Lebensqualität ohne Alkohol zu erhalten. Jeder Tag ist aufs Neue eine Herausforderung. Ich weiß, wie es ist, ganz tief unten zu sein und ich weiß ganz genau: da möchte ich nie mehr hin! Einen Rückfall kann niemand ausschließen, auch ich nicht. Aber alles, was in meiner Macht steht, gebe ich jeden Tag, um einen Rückfall zu vermeiden. Mein wichtigstes "Werkzeug" ist mein Wille. Mein starker Wille.
In der Zeit, in der ich mich für den Entzug entschieden habe, wurde mir die Hand gereicht, mir wurde während meines Klinikaufenthalts und in der Zeit danach geholfen. Heute reiche ich Dir die Hand, ich gebe einfach weiter, was ich Positives erlebt habe.
Im Jahr 2005 habe ich meine Selbsthilfegruppe Delphin24 gegründet und bin für Betroffene da, stehe mit Rat und Tat zur Seite. Wir alle wissen, der erste Schritt ist der schwierigste und wichtigste auf dem Weg in ein abstinentes Leben. Trocken zu werden und zu bleiben ist ein steiniger Weg. In der Gemeinschaft einer Selbsthilfegruppe findet man die Stärke, ihn weiterzugehen. Hier wirst Du verstanden, Du musst Dich nicht erklären. In der Gruppe bist Du nicht allein. Alle sitzen in einem Boot und paddeln in die gleiche Richtung.
Parallel zu meiner Selbsthilfegruppe Delphin24 habe ich die Organisation Delphin24 - Zeit für Kinder gegründet. Der Zusammenhang ist einfach. Kinder, die in Familien mit Suchthintergrund aufwachsen, sind die Leidtragenden in unserer Gesellschaft. Diese Kinder haben selten eine echte Perspektive und in ihrem kurzen Leben oftmals bereits viel körperliches und seelisches Leid erfahren. Einige von ihnen leben in Heimen in der Anonymität, weil ein Verbleiben in ihrer Familie nicht mehr verantwortbar ist. Hier bleiben sie, bis eine Pflegefamilie für sie gefunden wird. Für diese Kinder setze ich mich ein, unterstütze die Kinder und das Heim finanziell, indem Delphin24 - Zeit für Kinder Sommerfeste veranstaltet. Erlöse aus Grillwurst, Losverkauf u.ä. sowie Spendengelder gebe ich im Namen von Delphin24 - Zeit für Kinder direkt an das betreffende Heim weiter. So schließt sich für mich ein Kreis, all meine Anstrengungen stehen unter dem Motto "Betroffene helfen Betroffenen". Strahlende Kinderaugen sagen mehr als tausend Worte.
Auf den folgenden Seiten kannst Du Hintergründe zu Delphin24 und Delphin24 - Zeit für Kinder erfahren, Du liest dort auch über in der Vergangenheit durchgeführte Projekte.
Ich wünsche allen bei dem Kampf gegen die Sucht viel Kraft.