Delphin24

 

Wochenspiegel Lübeck/Travemünde

Ausgabe vom 26.10.2012

 

DELPHIN 24 IST EINE SELBSTHILFEGRUPPE FÜR ALKOHOLIKER

 

Betroffene als Helfer

INNENSTADT. Die Organisation Delphin 24 hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen, die Probleme mit Alkohol haben, trocken sind oder werden wollen, auf diesem Weg zu begleiten. In der Selbsthilfegruppe wird von Udo Stark Unterstützung geboten, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Seit September ist jeden Freitag von 18 bis 20 Uhr Treffpunkt im Haus der Begegnung, Parade 4. Alles was dort besprochen wird, bleibt anonym und in der Gruppe, bei der das gegenseitige Vertrauen an erster Stelle steht.

„Ich habe gesoffen“, stellt Udo Stark mit Nachdruck fest, „dafür bin ich verantwortlich, das war meine Entscheidung.“ Für den 59-jährigen Frührentner ist diese Erkenntnis eine wichtige Grundlage im Bemühen, vom Alkohol weg zu kommen. Genauso wie seine Aufforderung an Betroffene, sich ihre Sucht einzugestehen und selbst aktiv zu werden.

Dabei weiß er aus eigener Erfahrung, dass es keinen leichten Weg und kein Patentrezept gibt. „Jeder“, so sagt Stark, „muss seinen eigenen Weg finden.“ Und jedem müsse auch eins klar sein: „Alkohol ist keine Grippe, die weggeht, Alkohol ist eine Krankheit, mit der ich ein Leben lang zu kämpfen habe.“

Nach 25 Jahren Alkoholismus hat er mit Hilfe von Entzugsklinik, Selbsthilfegruppen, im Verbund mit anderen Betroffenen und mit Angehörigen das Problem Alkohol in den Griff bekommen. „Ich war ganz tief unten, ich war ein Nichts, ein Schatten“, gesteht der heute trockene Alkoholiker dessen Ziel es ist, mit seinen persönlichen Erfahrungen und seinen Selbsthilfegruppen Delphin 24, Betroffenen zu helfen. „Gemeinsamkeit macht stark, Gespräche mit Betroffenen sind durch nichts zu ersetzen. Wir können Türen öffnen, reingehen muss jeder selbst. Wir bieten in unserer Gruppe zunächst Solidarität – denn wir sitzen alle in einem Boot“, so Stark, der im Ruhrgebiet bereits 2005 seine erste Selbsthilfegruppe Delphin 24 gegründet hat. Neben Gesprächen bietet er Betroffenen, zu denen alle Altersgruppen ebenso wie Männer und Frauen aus allen sozialen Schichten gehören, gemeinsame Freizeitgestaltungen nach den jeweiligen Bedürfnissen der Gruppe an. Das können Angeln, Fußballspiele, Fahrradtouren, Gesellschaftsspiele, Grillen oder andere Unternehmungen sein. Wichtig ist, dass die Gruppenmitglieder bereit sind, mit zu organisieren und Verantwortung zu übernehmen. „Gehe den ersten Schritt und melde Dich! Es ist keine Schande, wir waren nicht besser“, empfiehlt Stark.

Weitere Info unter www.delphin24.info und Telefon 01522/ 8 99 39 60.  KvD

 

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